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Abwassertechnik

Druckentwässerung

Niveauerfassung und Trockenlaufschutz

In zersiedelten Wohngebieten mit ebenem oder hügeligem Gelände, hohem Grundwasserstand oder widriger Bodenbeschaffenheit hat sich das Verfahren der Druckentwässerung seit Jahren als wirtschaftliche und effiziente Lösung bewährt.

Bei der Druckentwässerung fördern kleine Hauspumpstationen das Abwasser einzelner Häuser oder Häusergruppen in ein Druckrohrnetz. Das zu entsorgende Abwasser wird dabei zunächst in einer kompakten Pumpstation – wie zum Beispiel einem Kunststoffschacht – gesammelt und anschließend mit einer Abwasserpumpe an einen öffentlichen Freispiegelkanal oder eine weitere Pumpstation gepumpt. 

Zusätzlich können die Fließvorgänge innerhalb des Rohrnetzes durch Druckluftspülstationen geregelt und unterstützt werden. Mit der Druckentwässerung wird nur das Abwasser abgeleitet, so dass die Rohrdimensionierung bereits wesentlich kleiner ausfallen kann als Rohr- oder Kanalsysteme im Mischsystem. Das Regenwasser kann im ländlichen Bereich in der Regel direkt vor Ort versickern.

Freigefälleleitung versus Druckleitung

Druckentwässerung Freispiegelkanal
Kleine Rohrleitungen ab DN 32 Großdimensionierte Leitungen
Hohe Verlegeleistung pro Tag Zum Teil monatelange Erdarbeiten
Parallele Einbringung von Trinkwasser, Strom, Telefon, Abwasser z.B. mit Rohrpflug möglich Keine parallele Einbringung verschiedener Leitungen möglich
Verlegung unabhängig von der Bodenbeschaffenheit Bodenschichten wie z.B. Sand und Grundwasserpegel müssen beachtet werden
Geländeunabhängig verlegbar Gefälle ist zu berücksichtigen, u. U. Zwischenpumpstationen vorsehen
Geringe Flurschäden Hoher Flurschaden durch umfangreiche Erdarbeiten
Geringe Beeinträchtigung der Anwohner durch schnelle Verlegung Höhere Beeinträchtigung der Anwohner durch Lärm und Bautätigkeit
Verkehrsfluss wird nicht gestört Oftmals Straßensperrungen erforderlich
Langlebige flexible PE-HD-Rohre Bruchgefahr bei Betonrohren

Komponenten des Druckentwässerungssystems

Abwassersammelschacht

Pumpenschacht

Der Sammelraum (Schacht) bildet gleichzeitig den Notstauraum. An einen Schacht bzw. eine Pumpstation können ein oder mehrere Gebäude angeschlossen werden. Die wesentlichen Elemente einer Hauspumpstation sind: 

  • Be- und Entlüftung
  • Ausreichende Stromversorgung
  • Einrichtungen zur Steuerung und für den Alarm
  • Füllstandsgeber im Sammelraum für die automatische Steuerung der Pumpen
  • Absperrschieber mit Rückflussverhinderer (Kugelventil) mit Spülanschlussmöglichkeit
  • Das Notstauvolumen muss 25 % vom täglichen Zufluss betragen
MultiCut Schneidradpumpe

Pumpentechnik

Für dieses Anforderungsprofil haben sich Abwasserpumpen mit dem Schneidsystem MultiCut als besonders zuverlässige Lösung durchgesetzt: Die im Abwasser befindlichen Feststoffe werden so zerkleinert, dass klein dimensionierte Druckleitungen ab DN 32 völlig ausreichend sind.

Dadurch entsteht ein enormer Investitionskostenvorteil – im Vergleich zu den üblichen Freigefälleleitungen ab DN 150. Darüber hinaus bauen diese Pumpen einen hohen Förderdruck auf, wodurch sehr weite  Strecken überbrückt werden können. So lässt sich die Effizienz in der Abwasserentsorgung wesentlich steigern.

Druckrohrspülstationen

Druckrohrspülanlagen

Druckrohrspülstationen geben – automatisch - mehrmals täglich Druckluft in das System, um die Fließvorgänge in den Druckleitungen zu unterstützen. Dabei wird folgendes bewirkt:

  • Verkürzung der Aufenthaltszeit des Abwassers
  • Lösung von Ablagerungen durch hohe Spülgeschwindigkeiten
  • Eintrag von Sauerstoff in das Abwasser
  • Vermindern der Bildung von Schwefelwasserstoff

Druckrohrspülstationen müssen so angeordnet sein, dass sie möglichst in alle kritischen Leitungsbereiche hineinwirken.