Sicherheitsketten - Kundendienst - Service - Jung Pumpen GmbH
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Kundendienst
Pewag Sicherheitsketten für Pumpen

Prüfung von Edelstahl-Sicherheitsketten

Jung Pumpen setzt ausschließlich auf normgerechte Ketten und bietet auch die Prüfung der Ketten als Dienstleistung an. Bei der Wartung von Pumpen sind Ketten ein probates Mittel, die teilweise schweren Gusspumpen aus dem Schacht zu heben und die Last abzufangen.

Die von Jung Pumpen eingesetzten Ketten entsprechen den gültigen Vorschriften der Berufsgenossenschaft (insbes. BGR 500), der europäischen Maschinenrichtlinie (MaschRiLi) und den Herstellungsnormen.

1. Edelstahl-Sicherheitsketten allgemein

1.1. Verantwortung

Die Verantwortung für die Verwendung und Prüfung von Anschlagmitteln (Ketten und Schäkel) liegt beim Betreiber der Pumpanlage bzw. beim Anwender der Anschlagmittel.

Für gewerbliche Anwender ist aus Sicherheitsgründen die Verwendung von genau definierten Anschlagmitteln (Sicherheitsketten) zum Heben von Pumpen zwingend vorgeschrieben (gem. BGR 500 und MaschRiLi). Derartige Anschlagmittel sind regelmäßig zu prüfen.

Gewerbliche Anwender sind insbesondere:

• nicht-private Betreiber von Pumpanlagen (Kommune, Industriebetrieb), deren eigene Mitarbeiter die Ketten betätigen
• Mitarbeiter von Dienstleistungsfirmen, die bei privaten oder nicht-privaten Betreibern von Pumpanlagen die Ketten im Rahmen von Wartungen, Störungsbeseitigungen oder Reparaturen betätigen

Obschon die gesetzlichen / normativen Grundlagen für private Betreiber von Pumpanlagen beim eigenhändigen Betätigen ihrer Ketten keine Anwendung finden, ist es auch privaten Betreibern dringend empfohlen, aus Sicherheitsgründen dieselben Sicherheitsketten zu verwenden, die für gewerbliche Anwender zwingend vorgeschrieben sind.

1.2 Anforderungen an die Beschaffenheit von Sicherheitsketten

• Jede Kette muss eine Tragkraftplakette besitzen, welche Angaben u.a. zu Hersteller, Tragkraft, Anzahl der Kettenstränge und CE-Kennzeichnung enthalten muss.
• Nur Ketten, deren Teilung tn = 3 x dem Nenndurchmesser dn entspricht, dürfen zum Heben von Lasten verwendet werden.
• Die Ketten- und Aufhängeglieder müssen oval sein.
• Die Kette darf weder kritische oder starke Korrosionsschäden noch Deformationen aufweisen.
• Kettenaufhängeglieder und Kettenschweißglieder müssen normkonform gestempelt sein.
• Jede Kette wird im Werk einzeln geprüft und erhält ein Prüfzeugnis.
• Es ist ein Nachweis über regelmäßige Prüfungen zu führen.

1.3 Prüfung der Sicherheitsketten

Sowohl vor jedem Gebrauch als auch mindestens im jährlichen Abstand sind Sicherheitsketten von einer sachkundigen Person in gereinigtem Zustand auf offensichtliche Mängel (Bruch, Verformung, Riss, fehlender Tragkraftanhänger etc.) zu überprüfen.

Zudem sind Sicherheitsketten in Deutschland alle 3 Jahre (in Österreich alle 2 Jahre) durch eine sachkundige Person einer mechanischen Belastungsprüfung auf Rissfreiheit zu unterziehen.

Ketten mit Mängeln, deren Sicherheit beeinträchtigt ist, sind der weiteren Benutzung zu entziehen. Instandsetzungen an der Sicherheitskette dürfen nur durch eine sachkundige Person erfolgen. 

Aufzeichnungen der Überprüfungen, insbesondere deren Ergebnisse sowie über die Instandsetzung sind über die gesamte Nutzungsdauer der Sicherheitskette vom Eigentümer der Kette aufzubewahren.   

1.4 Gesetzliche / normative Grundlagen

Übersicht:

  • EU-Richtlinie 2006/42/EG (MaschRiLi) „Maschinenrichtlinie“
  • EN 818 „Kurzgliedrige Rundstahlketten für Anschlagzwecke“
  • EN 13889 „Geschmiedete Schäkel für allgemeine Hebezwecke“
  • DIN EN 10204 „Metallische Erzeugnisse – Arten von Prüfbescheinigungen“
  • BG-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“ (BGR 500, Kap. 2.8)
  • BG-Information „Anschläger“ (BGI 556, Kap. 11)

Beschaffenheit der Ketten

  • EU-Richtlinie - 2006/42/EG (MaschRiLi) Kap. 4.1.2.5 b
    „Werden Ketten aus verschweißten Gliedern verwendet, so müssen die Kettenglieder
    kurz sein.“
  • Kette - DIN 5687 (neu: EN 818)
    „Die [Maschinen-]Richtlinie fordert für geschweißte Rundstahlketten als Bestandteil von Anschlagmitteln [Ketten, Schäkel etc.], dass diese kurzgliedrig sind und ein Verhältnis von Nennteilung [t] zu Nenndicke [d] von 3:1 [t = 3*d] haben müssen.“
    Anm.: Die Nenndicke ist die Dicke des Kettengliedes, die Nennteilung ist die innere Länge des Kettengliedes. Dies hat folgenden Grund: Ein um die rechtwinklige Kante gelegtes Kettenglied wird durch die Nachbarglieder abgestützt. Die Kette kann dann an der Kante nicht verbogen werden.

Betriebsanleitungspflicht der Ketten

  •  EU-Richtlinie      2006/42/EG (MaschRiLi), Kap. 4.4.1
    „Jedem Lastaufnahmemittel und jeder nur als Ganzes erhältlichen Gesamtheit von Lastaufnahmemitteln muss eine Betriebsanleitung beiliegen, die mindestens folgende Angaben enthält: a) bestimmungsgemäße Verwendung; b) Einsatzbeschränkungen […]; c) Montage-, Verwendungs- und Wartungshinweise; d) für die statische Prüfung verwendeter Koeffizient.“

Kennzeichnungspflicht für Ketten (Tragkraftanhänger)

  • EU-Richtlinie      2006/42/EG (MaschRiLi), Kap. 4.3.2
    „Auf Lastaufnahmemitteln muss Folgendes angegeben sein:
    - die Angabe des Werkstoffs, sofern dies für eine sichere Verwendung erforderlich ist,
    - die maximale Tragfähigkeit.
    Lassen sich die erforderlichen Angaben nicht auf dem Lastaufnahmemittel selbst anbringen, so sind sie auf einem Schild oder auf einem anderen gleichwertigen, fest mit dem Lastaufnahmemittel verbundenen Gegenstand anzubringen. Die Angaben müssen gut leserlich sein und an einer Stelle angebracht sein, an der sie nicht durch Verschleiß unkenntlich werden können und auch nicht die Festigkeit des Lastaufnahmemittels beeinträchtigen können.“

  • BGR 500, Kap. 2.8, Abschn. 3.4.1 – 3.4.3 „Unterlagen über Tragfähigkeit am Einsatzort“

    3.4.1 Der Unternehmer hat am Einsatzort von Lastaufnahmemitteln oder Anschlagmitteln Unterlagen bereitzuhalten, aus denen folgende Angaben entnommen werden können: 1. Tragfähigkeit, 2. […], 3. […], 4. […], 5. […].

    3.4.2 Die Angaben nach Abschnitt 3.4.1 müssen eine eindeutige Zuordnung zum Lastaufnahmemittel bzw. Anschlagmittel sicherstellen und bei Anschlagketten eine Verwechslung mit Ketten anderer Güte ausschließen.

    3.4.3 Die Unterlagen nach Abschnitt 3.4.1 sind nicht erforderlich, wenn die Angaben deutlich erkennbar und dauerhaft an den Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln angebracht sind.“

Prüfungspflicht für Ketten

  • BGR 500, Kap. 2.8, Abschn. 3.15.2.1 „Jährliche Prüfung durch Sachverständigen“
    „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Lastaufnahmeeinrichtungen in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden.“                                                   
  • BGR 500, Kap. 2.8, Abschn. 3.15.2.2 „Prüfung auf Rissfreiheit nach drei Jahren“
    „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Rundstahlketten, die als Anschlagmittel verwendet werden, in Abständen von längstens drei Jahren einer besonderen Prüfung auf Rissfreiheit unterzogen werden.“     
  • BGR 500, Kap. 2.8, Abschn. 3.13.2 „Verpflichtung zum Tausch der Ketten bei Mängeln“
    „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Lastaufnahmeeinrichtungen mit Mängeln, die die Sicherheit beeinträchtigen, der weiteren Benutzung entzogen werden.“             
  • BGR 500, Kap. 2.8, Abschn. 3.15.5 „Nachweispflicht über Prüfungen“
    „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass über die Prüfungen von Tragmitteln [...] Nachweis geführt wird. Für sonstige Prüfungen kann die Berufsgenossenschaft im Einzelfall die Führung des Prüfnachweises verlangen. Die Prüfnachweise sind auf Verlangen der Aufsichtsperson vorzulegen. Es ist daher erforderlich, dass sie jederzeit greifbar aufbewahrt werden.“

2. Edelstahl-Sicherheitsketten „PCWI winner inox“ mit Schäkel von Jung Pumpen / pewag

Diese Sicherheitsketten mit Schäkel dienen zum Heben und Transportieren von Pumpen und Belüftungsgeräten im Wasser- und Abwasserbereich. Sie entsprechen den gesetzlichen und normativen Anforderungen an Anschlagketten, die im gewerblichen Bereich eingesetzt werden.

Alle Sicherheitsketten wurden einzeln nach DIN EN 10204 3.1 geprüft, sind mit einer Tragkraftplakette versehen und werden mit einem Prüfzeugnis ausgeliefert.

2.1  Kettenglieder und Aufhängeglieder

Die Gesamtkette besteht aus ovalen A-Kettengliedern und Aufhängegliedern.

Um ein höchstes Maß an Sicherheit und eine lange Lebensdauer gewährleisten zu können, sind alle Glieder zu 100% stumpf durchgeschweißt (ohne Hohlräume im Inneren der Nähte).

Vergrößerte Aufhängeglieder am Anfang, in Segmentabständen und am Ende der Pumpenketten ermöglichen dem Anwender das stufenweise Ablassen, Anheben oder Zurückhängen der Pumpe.

2.2 Belastung

• maximal mit der am Anhänger bzw. dem Prüfzeugnis angegebenen Tragfähigkeit
• die Glieder müssen sich in Belastungsrichtung ausrichten können
• Belastung nur stoßfrei in Längsrichtung (Kantenbelastung nicht zulässig) 

2.3 Technische Spezifikationen

Einsatztemperatur -40°C bis 400°C

TragfähigkeitLänge 250 cmLänge 500 cmLänge 750 cm
160 kgJP45901JP45902JP47365
320 kg-JP45903JP47366

2.4 Jährliche Prüfung

Der Jung Pumpen Werkskundendienst übernimmt für Sie die jährlich wiederkehrende Prüfung der Sicherheitsketten inkl. der Prüfung der Ketten auf Rissfreiheit.