Rückstausicherung

Überblick über die wichtigsten Normen und Einbauvorschriften von Hebeanlagen

Erläuterungen

1Arbeitsraum60 cm Arbeitsraum neben und über allen zu bedienenden Teilen, um Wartungsarbeiten zu ermöglichen.
2Aufstellung/AuftriebssicherheitDer Sammelbehälter für fäkalienhaltiges Abwasser darf nicht baulich mit dem Gebäude verbunden sein – gemeint ist damit eine feste Verbindung z.B. das Einsetzen in die Betonsohle des Gebäudes. Dementsprechend ist eine freie Aufstellung zu wählen, jedoch ist der Behälter durch Befestigungen gegen Auftrieb zu sichern. Das erforderliche Befestigungsmaterial gehört i.d.R. zum Lieferumfang der Anlage.
3DruckleitungDie Druckleitung muss dem 1,5 fachen des maximalen Pumpendrucks der Anlage standhalten. Empfehlung: Nur Rohrleitungsmaterialien und Verbindungselemente verwenden, die vom Hersteller für diesen Zweck zugelassen sind. Die Rohrleitungsverbindung muss längskraftschlüssig sein!
4Elastische VerbindungAnschlüsse der Hebeanlage sind elastisch auszuführen. Bei compli-Hebeanlagen erfolgt dies im Zulauf über den Zulaufklemmflansch sowie im Druckabgang über die mitgelieferte elastische Verbindung, die oberhalb von Rückschlagklappe und Schieber montiert wird.
5FüllungsgradÜblicherweise bei teilbefüllten Leitungen bemessen auf 50%. Nach Anbindung der Hebeanlage bis zu 70% Füllungsgrad möglich.
6HandmembranpumpeBei Stromausfall oder Störung ist das Notstauvolumen des Behälters einer ­Hebeanlage schnell gefüllt. Um die Zeit bis zum Eintreffen des Servicepersonals zu überbrücken, kann die eingebaute Handmembranpumpe wertvolle Dienste leisten. Beachten Sie, dass eine Betätigung, z.B. im Rahmen der Wartungsarbeiten, ­Voraussetzung für eine lange Lebensdauer der Handmenbranpumpe ist. Kein Pflichtzubehör der Hebeanlage im Sinne der Norm.
7LüftungFür den Volumenaustausch (Be- und Entlüftung des Behälters). Bei Fäkalienhebeanlagen nach EN 12050-1 immer über Dach entlüften. Lüftungsleitung separat führen oder unter einem Winkel von 45° oberhalb der höchstgelegenen Anschlussleitung an eine belüftete Fallleitung über Dach anbinden. Abwasserhebeanlagen für fäkalienfreies Abwasser nach EN 12050-2 und Kleinhebeanlagen zur begrenzten Verwendung nach EN 12050-3 können in den Aufstellraum entlüftet werden. Geruchsminderung: über Aktivkohlefilter (Zubehör). Belüftungsventile sind für Fäkalienhebeanlagen nicht zulässig.
8PumpensumpfDient der Raumentwässerung und Verhinderung von Überschwemmungen z.B. bei Beschädigungen an der Rohrleitung. Eine fest installierte Pumpe ist nicht vorgeschrieben.
9RückstauklappeIst bei der Installation einer Hebeanlage zwingend zu berücksichtigen.
10RückstauschleifePhysikalische Sicherung gegen Rückstau aus dem Kanalnetz. Bei Rückstau im Kanal tritt Wasser eher über den Kanaldeckel auf der Straße aus, als dass es in den Keller fließt. Die Kombination einer Hebeanlage mit einer Rückstauschleife ermöglicht die uneingeschränkte Benutzung der Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene (in der Regel Straßenoberkante) und die Entsorgung des Abwassers auch bei Rückstau.
11Schieber im ZulaufDient dem Schutz des Wartungspersonals beim Arbeiten. Vor allem in Mehrfamilienhäusern sind die angeschlossenen Nutzer bei der Wartung u.U. nicht alle rechtzeitig erreichbar, so dass Probleme bei der Wartung auftreten können, wenn die Anlage nicht ordnungsgemäß vom System getrennt werden kann. Bei wenig Platz lässt sich der leichte und montagefertige PVC-Zulaufschieber von Jung Pumpen im Zulauf einbauen.
12Schieber im DruckabgangPflichtzubehör bei Fäkalienhebeanlagen nach EN 12050-1. Ermöglicht bei Wartungsarbeiten eine Trennung der Hebeanlage vom System. Auf den Schieber im Druckabgang darf bei Hebeanlagen nach EN 12050-2/12050-3 nur ­verzichtet werden, wenn die Druckleitung < DN 80 ist und diese eine Anlüftvorrichtung oder eine anderweitige Entleerungsmöglichkeit hat. Dabei muss das Nutzvolumen der Anlage so groß sein, dass das komplette Abwasser aus der Druckleitung aufgenommen werden kann.
13SchwerkraftentwässerungKeine Abhängigkeit von Maschinentechnik schaffen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Ausnahmen nur in zwingend erforderlichen Fällen (z.B. Sanierungen).
14SteuerungInstallation in trockenen, gut belüfteten Räumen. Überflutungssicher installieren. Störmeldeeinrichtung so installieren, dass diese in jeder geschlossenen Wohneinheit signalisiert wird.