Tauchpumpen

Wie funktioniert eine Schmutzwasserpumpe / Tauchpumpe und worauf ist im Betrieb zu achten?

Eine Schmutzwasser-Tauchpumpe für den häuslichen Gebrauch ist eine Kreiselpumpe. Sie eignet sich für die Förderung von leicht verschmutzten Wasser, auch Grauwasser genannt. Grauwasser ist häusliches Schmutzwasser ohne Fäkalien. 

Eine rotierendes Schaufelrad bringt das ins Pumpengehäuse eindringende Wasser in Bewegung. Der Antrieb erfolgt durch einen wasserdicht ins Gehäuse integrierten Elektromotor. Durch die hohe Drehzahl von ca. 3.000 U/min drücken die spiralförmig angeordneten Schaufeln das Wasser zum Ausgang des Gehäuses der Schmutzwasserpumpe. An diesem wird eine Druckrohrleitung oder ein Schlauch angeschlossen. Je nach Antriebsleistung und Größe des Schaufelrads, auch Laufrad genannt, kann eine bestimmte Fördermenge Wasser unterschiedlich hoch und weit gefördert werden.

Eingeschaltet wird eine Tauchpumpe entweder durch einen Schwimmerschalter, der direkt am Gehäuse angebracht ist oder ein externes Steuergerät. Je nach Zulauf des Schmutzwassers in den Behälter in dem die Pumpe steht, schwimmt der bewegliche Schwimmkörper auf. Steigt der Wasserstand bis zum Einschaltpunkt, aktiviert ein innenliegender Mikroschalter den Antriebsmotor der Pumpe. Bei Erreichen des Mindestwasserstands wird dieser sofort wieder abgeschaltet. Das Ein- und Ausschalten des Stromkreises erfolgt bei einphasigen 230 V Tauchpumpen für den Hausgebrauch direkt, da die elektrische Leistung relativ klein ist.  

Anders als bei Kreiselpumpen für die Frischwasserversorgung, deren innere Bauteile zum Erreichen hoher Drücke engspaltig aufgebaut sind und mit mehreren Laufrädern hintereinander arbeiten, hat eine Schmutzwasserpumpe nur ein Laufrad. Der Druck der bei maximaler Leistung gemessen werden kann, ist damit normalerweise nicht größer als zum Beispiel 1 bar. Das entspreicht einer Förderhöhe von 10 Meter.

Schmutzwasser kann Sand, Fasern, Haare und andere feste Bestandteile enthalten. Damit diese Bestandteile sicher durch das Pumpengehäuse gefördert werden können, muss zwischen Gehäuse und Laufrad eine ausreichend große Spalte vorhanden sein. Diese Spalte bestimmt den so genannten freien Durchgang. Bei Schmutzwasserpumpen, die zur Rückstausicherung von Gebäuden eingesetzt werden können, muss dieser 10 mm betragen. Das heißt, eine Kugel von 10 mm Durchmesser darf beim Passieren des Pumpengehäuses nicht zu einer Blockierung des  Laufrades führen.

Der Durchmesser der angeschlossenen Leitung darf bei Schmutzwasserpumpen nicht kleiner sein, als die Dimension des Leitungsanschlusses am Gehäuse. Damit wird verhindert, dass sich Feststoffe zwar durch die Pumpe bewegen können, aber später in der zu engen Leitung feststecken.

Eine gute Schmutzwasserpumpe, die typischerweise nur wenige Minuten am Tag arbeitet, zeichnet sich nicht durch besondere Energieeffizienz aus. Wichtig ist eine hohe Betriebssicherheit im Umgang mit Feststoffen, Haare und Fasern, wie sie beispielsweise aus Wasch- oder Spülmaschine, Dusche oder Ausgussbecken in den Sammelbehälter gelangen.

Schmutzwasser Tauchpumpen für die Rückstausicherung von Wohngebäuden haben normalerweise eine elektrische Leistung von 300 - 800 W. Dies reicht aus, um die typisch anfallende Wassermenge aus dem Sammelbehälter im Keller zügig zu entsorgen. Die maximale Förderhöhe der Pumpe ist normalerweise größer als nötig, um das Schmutzwasser über die Rückstauebene in den Abwasserkanal zu befördern. Eine Leistungsreserve ist aber erforderlich, um Reibungsverluste des fließenden Wassers in der unterschiedlichen langen Druckrohrleitung zu überwinden. Grundsätzlich gilt bei Kreiselpumpen: Je höher der Gegendruck in der Leitung desto geringer die Fördermenge.

Natürlich können Tauchpumpen auch für andere Anwendungen als die Schmutzwasserentsorgung im Rahmen der Rückstausicherung verwendet werden. So ist die mobile Nutzung, wie beispielsweise zum Abpumpen von Schwimmbädern, Fischteichen und Regentonnen ebenfalls möglich. Auch die Verwendung bei einer Überflutung von Kellern oder Schächten ist vorgesehen. Bei allen Verwendungsarten muss aber immer die Beschaffenheit des zu fördernden Wassers berücksichtigt werden. Anteile von Chemikalien wie Chlor oder Salze können zu Korrosion führen. Gehäuse und Innenteile von hochwertigen motorbetriebenen Tauchpumpen sind aus beständigen Materialien wie Edelstahl und glasfaserverstärkten Kunststoffen, trotzdem kann es bei langer Einwirkung von aggressiven saurem Schmutzwasser zu Metallkorrosion kommen.

Sandanteile im Wasser sind abrasiv und führen zu übermäßiger Abnutzung an den Schaufeln des Laufrads oder den Dichtungen der rotierenden Motorwelle. Dies bedeutet Leistungsverlust, längere Laufzeiten und erhöhten Stromverbrauch. Im schlimmsten Fall kommt es zum Ausfall der Pumpe, wenn Wasser durch schadhafte Dichtungen in den Motorraum gelangt. Daher ist es wichtig, Schmutzwasserpumpen regelmäßig einer Kontrolle zu unterziehen. Dies gilt besonders bei fest eingebauten Tauchpumpen in Schmutzwasserbehältern, da diese ihre Arbeit versteckt verrichten und oftmals Kellerräume gegen Rückstau sichern.

Auch höhere Wassertemperaturen von mehr als 40°C sind nicht zulässig. Der integrierte Elektromotor der Tauchpumpe ist in einem Gehäuse aus Edelstahl vom Wasser umspült. Er wird also beim Pumpen gekühlt. Je wärmer das Wasser, desto geringer die Kühlung. Die maximale Laufzeit der Pumpe ist dann geringer, da der integrierte Sicherheits-Thermostat den Motor bei Überhitzung abschaltet. Ist das passiert, läuft die Pumpe erst wieder an, wenn der Motor wieder abgekühlt ist.

Achten Sie bei der Anschaffung einer Schmutzwasser-Tauchpumpe besonders auf Qualität und Langlebigkeit. Erfahrungsgemäß sind festinstallierte Tauchpumpen im Gebäude über einen sehr langen Zeitraum im Einsatz, ohne dass diese in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Fallen diese aus, kommt es möglicherweise zu Rückstau, Kellerüberflutungund Folgeschäden an Inventar und Gebäudetechnik.    

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